Vorträge, Workshops und die Methodenwerkstatt zu aktuellen Themen der Personalentwicklung

Montag, 20. September 2021

Fachvortrag 1    9:15 – 9:45 Uhr

„Adieu Spezialisierung? Ein Ausblick auf die Automatisierung wissensbasierter Arbeit“ – Dr. Andreas Schiel, foresightlab, Berlin

Was automatisiert werden kann wird automatisiert. Diese Faustregel gilt seit vielen Jahrzehnten und behält auch im Zeitalter Künstlicher Intelligenz ihre Richtigkeit. Seit einigen Jahren beobachten wir die rapide Automatisierung von Tätigkeiten, die vor Kurzem noch als Domäne des Menschen galten: Es geht um datenbasierte Routinearbeit in Kundenbetreuung und Verwaltung, zunehmend aber auch um hochspezialisierte Analyseaufgaben, etwa in Anwaltskanzleien und Arztpraxen. Der Computer macht menschliche Arbeit nicht überflüssig, aber verändert Aufgaben- und Anforderungsprofile deutlich. An Universitäten dürfte dieser Trend nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in Forschung und Lehre bald spürbar werden.

Referent:

Andreas Schiel (*1981) arbeitete nach einem Studium der Philosophie, Politikwissenschaft und Psychologie in Berlin zunächst in der Erwachsenenbildung und als Lehrer. Parallel promovierte er am Institut für Philosophie der FU Berlin und gründete 2014 den gemeinnützigen ThinkTank denkzentrum|demokratie, der sich mit Zukunfts- und Entwicklungsperspektiven der Demokratie beschäftigt.

Seit 2016 ist Andreas Schiel als Blogger, Vortragsredner und Wissenschaftler mit der Zukunft der Arbeit und der digitalen Transformation befasst. In Kooperation mit der Arbeitslabor GmbH entwickelt er seitdem Bildungskonzepte für die Arbeitswelt der Zukunft.

Seit 2017 ist Andreas Schiel Mitglied des Kernteams der Initiative D2030 und arbeitete außerdem in öffentlich und privat finanzierten Projekten der Zukunftsforschung für das foresightlab. Ebenfalls im Jahr 2017 hat er das Zertifikatsprogramm Corporate Foresight an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht mit Auszeichnung absolviert. Seit 2019 ist er Lehrbeauftragter der FOM Hochschule, aktuell an den Standorten Münster und Gütersloh.

Fachvortrag 2    9:50 – 10:20 Uhr

„Future Skills – Zukunft des Lernens, Zukunft der Hochschule“ – Professor Dr. phil. habil. Ulf-Daniel Ehlers, Professor für Bildungsmanagement und Lebenslanges Lernen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, Karlsruhe

Future Skills sind derzeit in aller Munde. Natürlich als Digitale Skills – aber es geht um mehr. Überall auf der Welt entstehen Future Skill Initiativen. Sektorale, für Schulen oder Hochschulen, nationale (bspw. Future Skills Canada) und internationale, etwa von der OECD, der EU oder dem World Economic Forum. Die setzen sich damit auseinander, die gewandelten gesellschaftlichen Bedingungen für Arbeit, Bildung und Leben zu reflektieren und wichtige Future Skills zu analysieren. Viele dieser Konzepte setzen Schwerpunkte dabei auf die Frage welche Fähigkeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer digitalisierten Welt brauchen. Dabei ist auch die Personalentwicklung gefragt. Organisationen verändern sich stetig und Mitarbeiterinnen müssen auf eine neue Weise angesprochen werden, Führung verändert sich und neue Methoden der Weiterbildung werden wichtig.

Der Vortrag behandelt drei Themen: Thema 1 ist die Aufarbeitung des Hintergrundes, des Wandels in Organisationsstrukturen und der Treiber. Thema 2 ist die Aufarbeitung von Fähigkeiten anhand unterschiedlicher durch den Autor durchgeführter empirischer Studien und Thema 3 ist die Projektion der Hochschule in die Zukunft. Alle drei Themen werden hier anhand empirisch abgesicherter Konzepte diskutiert und schließen an, an die internationale Diskussion, die in diesem Bereich existiert.

Referent:

Prof. Dr. phil. habil. Ulf-Daniel Ehlers (Jg. 1971, verheiratet, ein Kind) ist Professor für Bildungsmanagement und lebenslanges Lernen und leitet die Arbeitsgruppe NextEducation an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Zuvor war er von 2011 bis 2017 und Vizepräsident und im Vorstand zuständig für Qualität und Lehre. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Digitale Transformation von Bildungsprozessen und -institutionen. Er war Privatdozent an der Universität Duisburg-Essen, Professor für Mediendidaktik  der Universität Augsburg und für zwei Jahre Associate Professor an der Graduate School for Management and Technology der University of Maryland University College (USA). Als Bildungsexperte, Reviewer und Berater bereits er zahlreiche Länder in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Asien und Ozeanien und berät nationale und internationale Organisationen, wie die Vereinten Nationen oder die Europäische Kommission in Bildungsfragen. Nach dem Studium der Anglistik, Sozialwissenschaften und Erziehungswissenschaften an der Universität Bielefeld folgte 2003 die Promotion im Bereich der Bildungstechnologien (summa cum laude) und  die Habilitation mit einer Schrift zur Qualität und Bildung an der Universität Duisburg-Essen im Jahre 2008, in der er ein Modell der Qualitätskultur vorstellte. Beide Arbeiten wurden  international ausgezeichnet. Er war Präsident der European Foundation for Quality in E-Learning (2011-2014) mit Sitz in Brüssel und im Vorstand der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e.V., dem er als  Präsident  von 2010-2012 vorstand. Zusätzlich ist er Gründer und Chefredakteur des „International Journals for Quality and Innovation in Learning“, Mitglied in weiteren Editorial Boards und engagiert er sich in zahlreichen Fachgremien. Er ist Autor von zahlreichen Büchern und mehr als 130 Veröffentlichungen in Fachzeitschriften sowie Buchbeiträgen.

Prof. Dr. phil. habil. Ulf-Daniel Ehlers ist Professor für Bildungsmanagement und lebenslanges Lernen und leitet die Arbeitsgruppe NextEducation an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, wo er von 2011 bis 2017  Vizepräsident war.  Der studierte Anglist, Sozialwissenschaftler und Pädagoge promovierte im Bereich Qualitätsentwicklung für E-Learning und habilitierte in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung mit Schwerpunkt Neue Medien. Nach Stationen als Privatdozent an der Universität Duisburg-Essen, Professor an der Universität Augsburg und der University of Maryland ist er jetzt Professor für Bildungsmanagement und lebenslanges Lernen an der DHBW. Zudem war  er Präsident der European Foundation for Quality in E-Learning (2011-2014), und im Vorstand der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e.V., dem er als  Präsident  von 2010-2012 vorstand.

Workshops 13:10 – 13:50 Uhr

1. „Wie Menschen in Beziehung gehen: Ich-Du vs. Ich-Es-Präferenzen“ – Dr. Jana Leipold, Leiterin PE -1 Leadership, Personalauswahl und -bindung, JGU Mainz

Der Workshop widmet sich dem Modell der Ich-Du- und Ich-Es-Typen und unterscheidet zwei Grundarten, wie Menschen sich selbst stimmig und wertvoll erleben und auf diesem Hintergrund Beziehungen zu Menschen und Dingen gestalten. Nützlich ist dieses Modell für verschiedene Rollen: als Mitarbeitende, als Führungskraft, als Personalentwickler*innen, als Coaches. Wir werden uns dem Modell über einen Input, über Selbstreflexion und Diskussion nähern – und reflektieren, an welchen Stellen es für unsere Arbeit nützlich sein kann.

2. „Rolle der PE im Rahmen der Professionalisierung der Sekretariate“ – Antje Spliethoff-Laiser, Silvia Nenner, Andrea Lambertz, Georg-August-Universität Göttingen

Denn sie wissen nicht was wir tun…

…ist das Motto des Sekretariatsnetzwerks der Uni Göttingen. Vor diesem Hintergrund können dessen Bestrebungen gesehen werden, den Arbeitsplatz Hochschulsekretariat zu professionalisieren, dem massiven Wandel in den Arbeitsanforderungen, den veränderten Tätigkeiten, neuen Verantwortlichkeiten Rechnung zu tragen und diesen Bereich aus der „terra incognita“ herauszuführen und seine zentrale Rolle im Gefüge einer Universität – auch angesichts neuer Herausforderungen an eine moderne, sich verändernde Universität – sichtbar zu machen. Für die Aufgaben der Sekretärin als Schnittstelle zwischen Administration und Verwaltung sollte sie professionell ausgebildet sein und für diese Rolle auch angemessen wahrgenommen und wertgeschätzt werden. In diesem Workshop sollen deshalb Formate, Inhalte und Maßnahmen zu den Bereichen fortlaufende Fortbildung (ausgerichtet an sich verändernden Bedingungen), Perspektiven und Grundlagen für eine Karriereentwicklung, Eigen- und Fremdwahrnehmung der Rolle/Bedeutung und Stärkung des Hochschulsekretariats gemeinsam interaktiv erarbeitet werden.

Workshopleitung:

Andrea Lambertz studierte am Fremdsprachen- und Dolmetscher-Institut der Buhmann-Schule Göttingen. Von 1988 bis 1994 arbeitete sie als Fremdsprachenkorrespondentin am Max-Planck-Institut Göttingen. Nach mehreren Jahren Erziehungszeit ist sie seit 2003 an der Georg-August-Universität Göttingen beschäftigt, wo sie in der Verwaltung der Abteilungen Naturschutzbiologie und Tierökologie sowie als Assistentin der Koordination eines SFB tätig ist. Frau Lambertz ist Gründungsmitglied des Sekretariatsnetzwerks Göttingen.

Antje Spliethoff-Laiser hat nach Abschluss des Hochschulstudiums und einer anschließenden Elternzeit eine Fortbildung zur Teamassistentin absolviert. Im Anschluss an eine 2-jährige Tätigkeit als Assistentin der Geschäftsleitung in einem kleinen Biotechnikunternehmen, einer Ausgründung aus der Universität Göttingen, hat sie 2005 in der Verwaltung des IV. Physikalischen Instituts der Georg-August-Universität angefangen. Neben der Arbeit dort ist sie in vielen Gremien aktiv, so u.a. in der Senatskommission für Gleichstellung und Diversität und als ordentliches Mitglied im Personalrat. Zudem ist sie Mitbegründerin des Sekretariatsnetzwerks und darüber hinaus auf bundesweiter Ebene Mitglied in der MTV-Kommission der bukof. Hier stehen eine bundesweite Vernetzung der Hochschulsekretariate und die entgeltgerechte Bewertung des gewandelten Tätigkeitsfeldes im Vordergrund. Die Anerkennung der Veränderung durch Karriereoptionen für diese Entgeltgruppen ist ein großes Anliegen, auch in der Zusammenarbeit mit der Personalentwicklung.

Silvia Nenner hat nach ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau mehr als 30 Jahre Berufserfahrung als Sekretärin und Assistentin der Geschäftsleitung in mehreren Unternehmen der freien Wirtschaft in Göttingen und Dresden gesammelt. Seit 2017 arbeitete sie zunächst als Sekretärin in der Universität Göttingen und ist seit 2019 als Sachbearbeiterin in der Stabsstelle Revision und Organisation beschäftigt. Im Rahmen ihrer Tätigkeit kommt sie mit vielen Mitarbeitenden der Zentralverwaltung und der Fakultäten der Universität in Kontakt. Sie ist auch seit 2019 Mitglied des Sekretariatsnetzwerks und dort für die Pflege der Homepage und des SharePoints zuständig.

3. „Tenure Track-Professuren als Herausforderung für die universitäre PE“ – Dr. Ulrich Josten, Deutscher Hochschulverband, Leiter Projektmanagement

Die Personalkategorie der Juniorprofessur – mit und ohne Tenure Track – stellte die Personalentwicklung an Universitäten von je her vor eine besondere Herausforderung, weil diese Personalkategorie einerseits als Qualifikationsstelle im Hinblick auf eine W2- oder W3-Professur angelegt war, die Stelleninhaber/innen aber andererseits korporationsrechtlich der Gruppe der Hochschullehrer/innen zugerechnet wurden und werden. Daraus ergeben sich für die universitäre PE Konsequenzen insbesondere im Hinblick auf die Bedarfsermittlung dieser Zielgruppe und auf die auch organisationale Systematisierung entsprechender PE-Maßnahmen. Die zunehmende Etablierung von Tenure-Track-Stellen und die damit einhergehende Zunahme an Aufmerksamkeit für diese Zielgruppe hat die Herausforderung für die universitäre PE noch stärker in den Fokus gerückt.

Nach einem einführenden Problemaufriss ist der Workshop als moderierter Erfahrungsaustausch angelegt, um dabei idealerweise „Good Practice-Beispiele“ zu identifizieren.

Workshopleitung:

Dr. Ulrich Josten arbeitet seit 2001 als Projektmanager für den Deutschen Hochschulverband und leitet die Abteilung Projektmanagement. Er verantwortet den Bereich DHV-Seminare (aktuell ca. 250 Veranstaltungen jährlich), das Personalberatungsangebot „Leaders In Science“, den Übersetzungsservice „DHV-DE“, das DHV-Symposium sowie die Consulting-Angebote „Hochschulconsult“ und „ProBe“. Darüber hinaus berät er Hochschulen bei der Gestaltung von Personalentwicklungsmaßnahmen und im Bereich Organisationsentwicklung.

4. „Erfahrungen mit der Evaluation von Graduiertenschulen und Implikation für die PE“ – Dr. Markus Edler, Leiter Dahlem Research School, FU Berlin

Grundsätzlich können Einrichtungen zur Nachwuchsförderung in verschiedenen Evaluations-Szenarien eine Rolle spielen, der Regelfall allerdings wird die Mitwirkung bei der Vorbereitung eines einschlägigen Drittmittelantrags (Einrichtung oder Fortsetzung) und die Unterstützung bei der Begehung sein. Diese Aufgabe übernehmen meist Referentinnen oder Referenten, die selbst wissenschaftlich ausgebildet und häufig auch promoviert sind. Der Workshop adressiert anhand eines Impulsvortrags die kritischen Themenfelder und diskutiert, welche PE-Maßnahmen die Professionalisierung der Beratung erleichtern könnten.

5. „Gestaltung virtueller Teamarbeit“ – Prof. Dr. Nele Graf,  Hochschule für angewandtes Management, Ismaning

In der neuen Arbeitswelt wird es immer wichtiger als Team auch virtuell wirksam und sozial verbunden zusammenarbeiten zu können. Worauf man achten sollte und welche Methoden/didaktische Formate für verschiedene Phasen der Zusammenarbeit sinnvoll sind, ist Fokus dieses Workshops. Außerdem gehen wir bei Bedarf auf unterstützende IT-Tools ein. Der Workshop wird neben einem Impuls auch die Möglichkeit bieten, Methoden selbst auszuprobieren.

6. „Visualisierung im PE Alltag“ – Tanja Wehr, sketchnotelovers

Sketchnotes sind eine Methode, die sich einfacher Bildsymbole in Kombination mit Schrift bedient, um komplexes Wissen und Informationen so aufzubereiten, dass es einer diversen Zielgruppe ermöglicht wird, einen schnellen Zugang zu diesem Wissen zu bekommen. Sie ist leicht zu lernen und anzuwenden und funktioniert von einfachsten Verfahren bis komplizierten Prozessen, für lehren und lernen und macht sowohl den Erstellenden als auch den Betrachter_innen in der Regel viel Spaß.

7. „Gesundheitsförderung als Querschnittsaufgabe der Personal- und Organisationsentwicklung an Hochschulen“ – Tanja Becker, Universität zu Köln, Christine Jakovlev, Universität zu Köln und Koordinierungsstelle Netzwerk Gesunde Hochschulen NGH-NRW

Gesundheitsförderung als Querschnittsaufgabe kann an der Schnittstelle zur Personalentwicklung eine hohe organisationale Wirkung erzielen. Im Workshop werden ausgewählte Good-Practice-Beispiele aus Deutschland diskutiert, die durch ein effektives und systematisches Gesundheitsmanagement innerhalb der Personal- und Organisationsentwicklung tief in die strategischen Prozesse der Hochschulen hineinwirken und so einen Kulturwandel am Arbeitsplatz Hochschule befördern.

8. „Talentmanagement in Technik & Verwaltung an der Universität zu Köln“ – Andrea Frank, Heike Pier, Eva Skowronnek,
Universität zu Köln, Abteilung Personalentwicklung Technik & Verwaltung

Ein systematisches Talentmanagement wird immer stärker zum zentralen Faktor der Wettbewerbsfähigkeit einer Organisation – zunehmend auch von Hochschulen und Universitäten. Die Referentinnen zeigen auf, wie sich die Uni Köln dieser Herausforderung stellt. Sie geben Einblick in ihre Talentmanagementaktivitäten und stellen ein Pilotprojekt vor, mit dem die Identifizierung, Förderung und Bindung von Talenten sowie eine systematische Nachfolgeplanung an der UzK vorangetrieben werden sollen. Im Anschluss Diskussion und Erfahrungsaustausch mit den WS-TN.

Methodenwerkstatt 14:00 – 14:30 Uhr

1. „Teamentwicklung & Remote Teammeetings“ – Julia Bamberg & Katrin Huber, Leuphana Universität Lüneburg

In dieser Methodenwerkstatt stellen wir das Instrument der Teamentwicklung im digitalen Raum vor.

Die von uns vorgestellten und diskutierten Methoden lassen sich von Personalentwickler*innen in der Moderation von Teamentwicklungen oder auch im Bereich der Organisationsentwicklung nutzen.

Auf Basis unserer Impulse wünschen wir uns Expert*innen-Austausch zu erfolgreichen Remote Teammeetings und deren wirkungsvoller Begleitung.

2. „Coaching in herausfordernden Situationen – die Arbeit mit dem inneren Team“ – Silke Hell, Universität Konstanz

Die Promotion stellt eine in vielerlei Hinsicht sehr herausfordernde Lebensphase dar, die häufig durch widersprüchliche Leistungs- und Rollenerwartungen geprägt ist. Sie stellt nicht nur kognitiv hohe Ansprüche, sondern ist auch ein sehr komplexer emotionaler und sozialer Prozess, verbunden mit einer langandauernden fachlichen und persönlichen Unsicherheit. Dies führt besonders bei hoch leistungsmotivierten Promovierenden häufig zu innerpsychischen Entscheidungs- und häufig auch Konfliktsituationen. Hin- und hergerissen zwischen der vermeintlichen Unvereinbarkeit von hohem Leistungswillen, Zeitdruck und Erschöpfung, erstarrt zwischen dem eigenen Qualitätsanspruch und dem „leeren Blatt“ oder hin- und hergerissen in Entscheidungssituationen während Promotion und Karriereplanung kämpfen viele Promovierenden im Inneren mit sich selbst.

Die Arbeit mit den verschiedenen Anteilen der eigenen Persönlichkeit, also den eigenen Teilpersönlichkeiten oder dem „inneren Team“ hilft, innere Konflikte kreativ zu bearbeiten und die verschiedenen „inneren Teammitglieder“ miteinander zu versöhnen, um Handlungsmöglichkeiten zu erleichtern.

3. „Auftragsklärung“ – Caprice Weissenrieder und Frederike Seib, TU Darmstadt

Bei der Methode der Auftragsklärung geht es inhaltlich zunächst um die Klärung, später um ein Verhandeln von Erwartungen. Sie dient u.a. dazu, ein Anliegen, die dazugehörenden Ziele, Rahmenbedingungen,       Konditionen und Akteur*innen eines speziellen Vorhabens zwischen Auftraggeber*in und Auftragnehmer*in zu bestimmen. Neben der Klärung von Erwartungen bietet sich die Auftragsklärung auch dazu an, geeignete Methoden und Interventionen für die angefragten Vorhaben abzuleiten. Im Rahmen des Workshops wird die Methode der Auftragsklärung vorgestellt und zusammen mit den Teilnehmenden erkundet.

4. „Methode ‚Inneres Führungsteam‘ für kritische Mitarbeitendengespräche“ – Judith Portius, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Das Modell vom „Inneren Führungsteam“ unterstützte die Auseinandersetzung von Führungskräften mit ihren unterschiedlichen Rollenanforderungen. Es werden vier zentrale Aspekte unterschieden: Unternehmer, Experte, (Team-)Coach und selbst betroffener Mensch. Die Anwendung dieser Methode unterstützt bspw. in Vorbereitung kritischer Mitarbeitendengespräche die Reflexion und Entscheidungsfindung und das rollenangemessene Handeln im Gespräch selbst.

5. „Online-Tutorials erstellen“ – Christoph Strato, Universität Duisburg-Essen

Geteilt werden Erfahrungen in der Produktion von kurzen Lernfilmen (Tutorials) mit Hilfe der Software „Camtasia“. Die Teilnehmenden erfahren, für welche Einsatzfelder sich Tutorials am besten eignen, was bei der Konzeption und Drehbucherstellung zu beachten ist und wie Tutorials bearbeitet werden können, um sie einer breiten Adressat*innengruppe zugänglich zu machen.

6. „“Speed Dating“ für Neuberufene“ – Thomas Arndt, Universität Leipzig

Einer der Onboarding-Bausteine für neuberufene Professor:innen ist unser „Speed Dating“ für die neu berufenen Professor_innen. Die Neuberufenen treffen an einem Nachmittag auf Rektorat und die „Köpfe“ der Verwaltung und wichtiger Servicebereiche. Über einen Laufzettel werden sie in immer wieder neu zusammengesetzten Gruppen an verschiedene Tische geführt und haben dort jeweils ca. 20 Minuten Zeit, sich untereinander und natürlich die Gastgeber:innen an den Tischen kennenzulernen und auszutauschen.

7. „Kollegiale Beratung: konkret.alltagsbezogen.effektiv!“ – Eva Klein-Heßling, Leibniz Universität Hannover

Die „Kollegiale Beratung“ ermöglicht einen strukturierten Austausch zu beruflichen Themen auf kollegialer Ebene. Die Methode ist einfach, der Nutzen vielfältig: die Beteiligten bringen ihre berufliche Erfahrung und Kompetenz ein und lernen so mit- und voneinander. Sie entwickeln gemeinsam Lösungen für konkrete Fragen, reflektieren die eigene berufliche Rolle und entwickeln damit sowohl ihre kommunikative und fachliche wie auch ihre Problemlöse-Kompetenz weiter.

In dieser Methodenwerkstatt erhalten Sie einen kompakten Einblick in die „Kollegiale Beratung“ (nach Tietze) sowie Informationen zu Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der Personalentwicklung.

Dienstag, 21. September 2021

Impulsvortrag 9:00 – 9:45 Uhr

„Sieben auf einen Streich – Erträge des vernetzten Arbeitens“ – Prof. Dr. phil. Dr. rer. hort. habil Herbert Schubert, Sozial • Raum • Management – Büro für Forschung und Beratung, Hannover

Mit dem Zitat „Sieben auf einen Streich“ aus dem Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ wird der Ertragsreichtum der Kooperation im Netzwerk symbolisiert. In der vernetzten Zusammenarbeit entsteht eine kollektive (Schwarm-) Intelligenz. Sie führt zu Lösungen und Erträgen, die über das Leistungsvermögen der Einzelarbeit oder der mikrosozialen Teamarbeit hinausreichen. Übertragen auf UniNetzPE sind die sieben Erträge: Interessenbündelung, Informationsfluss, Schließung struktureller Löcher in der Universität sowie Schließung struktureller Löcher zwischen Universitäten, koordiniertes Lernen, Innovation durch neue Verbindungen und die übergreifende Entwicklung von Standards der PE als Wertschöpfung (im Sinn von Grundlagen der wissenschaftlichen Innovation und Zukunftsfähigkeit der Universitäten). Im Rahmen des Vortrages werden auch die strategischen Voraussetzungen angesprochen, damit es zu den sieben Erträgen kommen kann.